Winterweizen spät säen: Sorte entscheidend

Eine späte Aussaat von Winterweizen stellt besondere Anforderungen an die Pflanze. Die richtige Sortenwahl ist ein ganz entscheidender erster Schritt für eine erfolgreiche Ernte.

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Herbstaussaat. Die Saat bietet optimale Sorten für unterschiedliche Standorte. © RWA
Spät gesäte Winterweizenbestände können im Herbst keine Ertragsanlagen mehr bilden, meist überwintern diese mit nur 1 – 3 Blättern. Im Frühjahr müssen sich diese Pflanzen rasch entwickeln, um ausreichend Ertragsanlagen zu bilden.
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© RWA
Unter den Qualitätsweizen sind Emilio und Bernstein für späte Saaten gut geeignet. Bernstein passt für späte Saaten auf guten Böden und Standorten, die sich im Frühjahr langsam erwärmen. Als Einzelährentyp kann er geringere Bestandesdichten sehr gut über die Kornzahl pro Ähre ausgleichen.

Emilio bestockt gut und kann über eine hohe Kornzahl pro Ähren die notwendigen Korndichten erreichen. Emilio passt damit für späte Saaten auf allen Bodentypen. Die sortentypisch rasche Einkörnung ermöglicht auch auf leichteren Böden stabile Hektolitergewichte.

Was tun, wenn die Aussaat aufgrund der Witterung unsicher wird? Grundsätzlich ist zu bedenken: Späte Saaten unter sehr nassen Bedingungen sind bis weit ins nächste Jahr hinein stressanfälliger. Die Pflanzen können kein tiefes Wurzelsystem mehr bilden und hinken dem Witterungsverlauf immer hinterher. In solchen Fällen muss man oft kurzfristig über die Sinnhaftigkeit einer Aussaat entscheiden. Lennox spielt in solchen Situationen seinen Vorteil als anbauflexibler Wechselweizen aus. Er eignet sich als Einzelährentyp für mittel frühe bis sehr späte Herbstsaaten. Das selbe Saatgut kann aber genauso im Frühjahr wie ein Sommerweizen gesät werden. Lennox ist ein sehr standfester Qualitätsweizen mit sehr hohen Kornerträgen.

Bei den Mahlweizen ist Spontan die passende Sorte für gelungene Spätsaaten. Nach Mais ist der standfeste Spontan mit seiner hervorragenden Fusariumtoleranz die erste Wahl unter den Mahlweizen. Wenn die Aussaat zusätzlich noch spät wird, kann Spontan über die Kornzahl in der Ähre noch hohe Erträge aufbauen. Ab Ende Oktober sind bei Spontan aber die Saatstärken kontinuierlich zu erhöhen, um im Frühjahr die notwendigen Triebdichten zu erzielen. Als Faustregel können 20 – 30 Korn/m2 pro fehlender Vegetationswoche ab Ende Oktober gelten.

Auch der Einzelährentyp Hewitt ist sehr gut für Spätsaaten geeignet. Hewitt ist nach wie vor der Ertragsstandard bei Futterweizen. Auch im schwierigen Jahr 2018 hat er sich als sehr stress- toleranter und ertragsstarker Futterweizen bewiesen.

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Autor:
DI Philipp Karoshi, Die Saat