EU-Schweinemarkt: Weihnachtsfeiertage verursachen Rückstau und Preisdruck

Notierung sinkt in Österreich um 6 Cent.

Wien, 15. Dezember 2017 (aiz.info). - Die überdurchschnittlich gute Versorgung des europäischen Schweinemarkts stand in den vergangenen Wochen dem vergleichsweise hohen Verarbeitungsbedarf für das Weihnachtsgeschäft ausgeglichen gegenüber und ermöglichte eine fünf Wochen andauernde stabile Preisphase. Bevorstehende Feiertage verschieben aber nun die Gewichte: Während die Bedarfsplanung bei den Be- und Verarbeitungsbetrieben bereits zurückgefahren wird, verzeichnet das Lebendangebot quer durch Europa den Jahreshöchststand. Ausgehend von Deutschland, wo die Vereinigung der Erzeugergemeinschaften für Vieh und Fleisch (VEZG) ihren Basispreis für Schlachtschweine für den Zeitraum vom 14. bis zum 20. Dezember um 5 Cent gesenkt hat, kommen nun alle Notierungen in vergleichbarer Größe unter Druck. Gespräche unter Marktbeteiligten mit dem Ziel, das nunmehr reduzierte Preisniveau bis nach Neujahr zu stabilisieren, verliefen ergebnislos.

In Österreich wird diese Woche der Jahresrekord bei Schlachtung und Verarbeitung verzeichnet. Trotzdem muss ein kleiner Überhang schlachtreifer Schweine in die neue, also letzte vorweihnachtliche Woche mitgenommen werden. Leider drosseln viele Schlachtbetriebe in der Vorausschau auf die arbeitsfreien Tage nach Weihnachten bereits gegen Ende kommender Woche die Schlachtkapazität, während gleichzeitig das Angebot an frischen Schweinen einen Rekordwert darstellt. Damit dürfte ein erheblicher Anteil der angebotenen Tiere erst nach Weihnachten zur Schlachtung gelangen. In der Konsequenz musste der Abnehmerforderung nach einem Minus von 6 Cent weitgehend stattgegeben werden. Die Mastschweine-Notierung sinkt hierzulande somit auf 1,40 Euro (Berechnungsbasis: 1,30 Euro) je kg Schlachtgewicht.