Jetzt wird ausgesät

Tomaten, Gurken und andere Gemüsearten können schon gesät werden. Für viele Arten fällt bei den wärmeren Temperaturen, noch vor den Eisheiligen, der Startschuss für die Direktsaat ins Freiland.

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Im Bauerngarten können auch Blumen ausgesät werden. © RWA

Karotten und Erbsen

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Karotten und Erbsen ergeben ein wunderbares Gericht – und beide kann man schon im April ins Freiland aussäen. Karotten brauchen relativ lange, bis sie „auflaufen“, also keimen. Daher säen viele Hausgärtner Radieschen dazwischen: Sie keimen schnell und die Kultur ist kurz – bis zur Radieschenernte sind die Karotten auch am Keimen, die Radieschen verhindern Unkrautbewuchs. Damit nicht nur Salate mit Radieschen und Karotten-Erbsen-Gemüse am Speiseplan stehen, kann jetzt auch Wurzelpetersilie gesät werden. Für das Suppengemüse fehlt nun noch Sellerie – sie müsste ab Februar in Töpfen kultiviert werden und kann ab Ende Mai ausgepflanzt werden. Die Pastinaken zählen genauso zum Suppengrün, sie verlangen einen tiefgründig gelockerten Boden und können jetzt direkt ins Beet gesät werden. Wie Karotten brauchen auch Pastinaken einige Wochen zur Keimung, deshalb kann auch hier mit Radieschen als Zwischensaat gearbeitet werden.
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© Immergrün
Das Wunderbare an Saatkartoffeln ist, dass es für den fleißigsten bis zum faulsten Gärtner sämtliche Möglichkeiten zur Kultur gibt. Der Bilderbuchgärtner würde die Kartoffeln, die er in die Erde gelegt hat, in regelmäßigen Abständen immer wieder mit frischer Erde anhäufeln. Wenn das Kraut am Absterben ist, zeigt die Kartoffel an, dass die Erntezeit gekommen ist, dann werden die tollen Knollen ausgebuddelt.

Wer es sich einfacher machen will, nimmt einen großen Gewebesack (z.B. Laubsack oder Ähnliches), füllt ca. 10 – 15 cm Erde ein, legt etwa 3 Kartoffeln hinein und füllt wieder 5 – 10 cm Erde auf. Beginnen die Erdäpfel zu wachsen, wird immer wieder mit Erde aufgefüllt. Immer, wenn neue Triebe nach oben stehen, kommt Erde in den Sack. Gegen Saisonende ist der Sack gut mit Erde gefüllt, das Kraut stirbt ab, der Sack wird geleert – die Erdäpfel müssen nicht mühsam aus dem Boden gegraben werden und durch das häufige Anhäufeln fällt die Ernte sehr üppig aus.

Knoblauch - jetzt aber schnell

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Knoblauch aus China im Supermarkt kaufen? Nicht mit uns! Jetzt ist für den Frühling die letzte Chance, Knoblauchzehen in den Boden zu stecken. Wer zu spät dran ist, kann die Zehen wieder ab Oktober in den Boden stecken, die Ernte erfolgt dann im Sommer.

Viel schneller zu ernten als der Spinat ist Mangold. Er kann ab April in geschützten Lagen gesät werden. Bei der Aussaat im April würde ich jedoch als Schutz die Abdeckung mit dünnem Schafwollvlies empfehlen. Die frühe Aussaat liebt auch das Wurzelgemüse: Schwarzwurzeln sind am Teller ein Gedicht – bis dahin ist es aber ein eher langer Weg. Die länglichen Samenkörner kommen schon jetzt in die Erde, die Düngung mit Patentkali lieben sie, geerntet wird erst im Winter – frühestens nach dem ersten Frost. Bitte Vorsicht: Wenn der Boden gefroren ist, brechen bei der Ernte die Wurzeln ab, deshalb kann nur bei warmem Wetter geerntet werden. Manche nützen derartige warme Wintertage und ernten das ganze Schwarzwurzelbeet, um die Wurzeln anschließend einzukochen, z.B. mit einem Einkochautomat von Weck.

Grundsätzliche Tipps zur Aussaat

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Bei der Aussaat wird zwischen Licht- und Dunkelkeimern unterschieden. Ein Lichtkeimer, wie beispielsweise die Gartenkresse einer ist, benötigt keine Erde zur Abdeckung der Samen. Die Samenkörner kommen bei Lichtkeimern auf das vorbereitete Saatbeet und werden leicht angedrückt. Dunkelkeimer hingegen vertragen zur Keimung kein Licht und werden deshalb mit Erde abgedeckt. Als Faustregel gilt: Je dicker das Samenkorn, desto dicker die Erdschicht, mit der abgedeckt wird. So zählen die festen Samenkörner von Roter Rübe (Rote Beete) und Mangold sowie Erbsen und Bohnen zu den Dunkelkeimern, bei den Blumen sind Veilchen, Vergissmeinnicht und die Stockrose (Malve) bekannte Vertreter der Dunkelkeimer.

Tipps zur Düngung

Die Düngung sollte immer auf die Bedürfnisse der Pflanze abgestimmt werden. Wird bei einer Pflanze gewünscht, dass sie reich blüht (dies ist nicht nur bei Blumen der Fall, sondern auch bei Fruchtgemüse), so braucht sie Phosphor. Phosphor ist etwa in Hühnermist enthalten. Soll die Pflanze viele Blätter haben, ohne zu „schießen“, so braucht sie organisch gebundenen Stickstoff, dieser ist wiederum in Hornspänen enthalten. Und alle frostempfindlichen Pflanzen bekommen eine Extragabe an Kalium – das ist in Patentkali enthalten. Eine Überdüngung ist für die Pflanzen nie sinnvoll. Justus von Liebig (1803-78) erklärte das „Gesetz des Minimums“: Es wird vereinfacht mit einem Fass dargestellt, jede Fassdaube steht für einen Nährstoff. Die kürzeste Fassdaube, also jene mit dem geringsten Nährstoff, lässt das Fass auslaufen, selbst wenn ein anderer Nährstoff in starker Dosierung vorhanden ist. Auch deshalb ist besonders im Hobbygartenbau die Ver- wendung von natürlichen und biologischen Düngern sinnvoll, weil sie die Nährstoffe langsam abgeben.

Für Zucchini & Co: Bitte warten!

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Die Namenstage der Eisheiligen (Mamertus, Pankratius, Servatius, Bonifatius und Sophie) fallen auf den 11. – 15. Mai. Wenn es also um diese Zeit kühl wird, dann bitte diese Tage noch abwarten und erst danach Chicorée, Zucchini und Zuckermais direkt in den Garten säen. Zinnien, Tagetes und Cosmea können für eine Blüte im Sommer ebenfalls erst ab Mitte Mai gesät werden.

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Autor:
Mag. (FH) Johanna Jeitler, MSc, RWA