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Neue Herbizide für den Getreidebau

Neue Herbizide für den Getreidebau
Neue Herbizide für den Getreidebau

Axial Komplett ist ein neues Herbizid, das aus dem Gräserspezialisten Axial 50 und Primus besteht. Die Tankmischung wirkt gegen breitblättrige Unkräuter und Windhalm mit 1 lt/ha. Gegen Ackerfuchsschwanzgras und Weidelgräser sind 1,3 lt/ha notwendig. Die Wirkstoffe Pinoxaden und Florasulam haben ausschließlich eine Blattwirkung.

In den Versuchen zeigten sich Schwächen gegen die Taubnessel, Ackerstiefmütterchen und Ehrenpreisarten. Insbesondere Windhalmpflanzen, die mit dem Wirkstoff IPU (z.B. Protugan, Arelon Top) nicht mehr zufriedenstellend bekämpft werden konnten, zeigten nach dem Einsatz von Axial Komplett eine 100 %ige Wirkung. Das Produkt ist weitestgehend Temperatur unabhängig. Die Zulassung erstreckt sich von Entwicklungsstadium (ES) 13-29. Der Einsatz in Hafer (Flughaferwirkung!) ist nicht möglich. Eine Tankmischung mit anderen Herbiziden wird vom Hersteller nicht empfohlen.

Andiamo Maxx löst Andiamo Super ab. Das Produkt mit den Wirkstoffen Ioxynil, Bromoxynil und MCPP ist mit 1,5 lt/ha (Praxisempfehlung 1,25 lt/ha) in den wesentlichen Getreidearten inklusive Durum im Nachauflauf zugelassen.

Arrat ist den Praktikern schon als "preisgünstiges" Maisherbizid bekannt. 2012 ist das Produkt mit den Wirkstoffen Tritosulfuron (Biathlon) und Dicamba (Banvel) auch im Getreide im ES 13-29 mit 0,2 kg Arrat + 1 lt/ha Dash EC zugelassen. Die Wirkung gegen das Klettenlabkraut, aber auch gegen Wurzel­unkräuter wie die Ackerdistel ist gut. Gebindegrößen stehen für 4 und 10 Hektar Getreide zur Verfügung.

ExpressSX-tolerante Ausfallsonnenblume

Falls Sie bei der Unkrautbekämpfung auch Ausfallsonnenblumen zu bekämpfen haben, so könnte diese von einer im Vorjahr angebauten ExpressSX-toleranten Sorte stammen. Mit den Produkten Concert SX, Express SX oder Harmony Extra SX werden Sie kaum eine Wirkung dagegen haben. Husar OD wirkt mittelstark.

Alte Fungizide vom Markt genommen

Im Fungizidbereich sind einige Produkte endgültig vom Markt genommen worden (z.B. Juwel Top). Ein weiteres Tebuconazolhältiges Produkt mit der Bezeichnung Tebu Super 250 EW wird angeboten.
Noch ein Wirkstoff aus der Gruppe der Carboxamide mit der Bezeichnung Xemium wird mit dem altbekannten Wirkstoff Epoxiconazol kombiniert und unter dem Namen Adexar vermarktet.
Adexar ist mit 2 lt/ha in Weizen, Gerste, Roggen und Tritcale von Befallsbeginn bis ES 61 (gegen Braunrost bis ES 69) zugelassen. Die empfohlene Praxisaufwandmenge im Feuchtgebiet lautet 1,5 lt/ha, im Trockengebiet 1,2 lt/ha. Wir empfehlen keinesfalls die Hektaraufwandmengen weiter zu reduzieren, weil ansonsten Resistenzen (Minderwirkungen) dieser Wirkstoffgruppe drohen.

Input Xpro enthält den Carboxamidwirkstoff Bixafen, das Azol Prothioconazol und den Mehltauspezialisten Spiroxamine. Eine Zulassung liegt in allen Getreidearten mit 1,5 lt/ha vor. Im Vergleich zum „alten“ Input ist die vorbeugende Wirkung gegen Braunrost und Septoria-Arten besser. Das Fungizid eignet sich sehr gut für Braugerstenbestände, da z.B. der Mehltau gut kontrolliert werden kann.

Bei Resistenzen: Wirkstoff wechseln!

Eine Definition für Resistenz lautet: „Die innerhalb einer bestimmten Schaderregerpopulation natürlich vorkommende, vererbbare Fähigkeit einiger Biotypen, Pflanzenschutzmittelbehandlungen zu überleben, die unter normalen Umständen diese Population wirksam bekämpfen würden“.

In Österreich ist etwa der Rapsglanzkäfer gegenüber Pyrethroiden resistent. Zudem werden Resistenzen beim Windhalm, oder bei der Blattseptoria im Getreidebau diskutiert. Um weiteren drohenden Minderwirkungen von bestimmten Wirkstoffen vorbeugen zu können, sind in den Feldbau-Spritzplänen der Lagerhäuser die Wirkorte (HRAC, FRAC und IRAC-Einstufungen) vermerkt. Somit ist der Anwender in der Lage, innerhalb der Fruchtfolge Wirkstoffe mit gleichem Wirkmechanismus zu wechseln.

Registernummern der erwähnten Produkte

Axial Komplett (Reg.Nr.Ö 901579, Zul.Nr.D 00 6845-00); Protugan (Reg.Nr.Ö 2972); Arelon Top (Reg.Nr.Ö900624, Zul.Nr.D 04 3183-60); Andiamo Maxx (Reg.Nr.Ö 3122); Andiamo Super (Reg.Nr.Ö 901396, Zul.Nr.D02 4166-61); Arrat+Dash (Reg.Nr.Ö 3133); Biathlon (Reg.Nr.Ö 900497, Zul.Nr.D 02 5321-00); Banvel M (Reg.Nr.Ö 900234, Zul.Nr.D 05 0023-00); Concert SX (Reg.Nr.Ö 2932); Express SX (Reg.Nr.Ö 2914), Harmony Extra SX (Reg.Nr.Ö 2976); Husar OD (Reg.Nr.Ö 901162, Zul.Nr.D 00 6209-00); Juwel Top (Reg.Nr.Ö 900019, Zul.Nr.D 02 4437-00); Tebu 250 Super EW (Reg.Nr.Ö 900620, Zul.Nr.D 02 5273-01); Adexar (Reg.Nr.Ö 3151); Input Xpro (Reg.Nr.Ö 901605, Zul.Nr.D 00 6778-00); Nicosh 4 OD (Reg.Nr.Ö 3098); Zeagran Ultimate (Reg.Nr. Ö 901269, Zul.Nr.D 00 6176-00), Fornet (Reg.Nr.Ö 2959); Capser (Reg.Nr.Ö 3088); Goltix Gold (Reg.Nr.Ö 3069); Modipur (Reg.Nr.Ö 900328, Zul.Nr.NL 12488N); Beetix SC (Zul.Nr.Ö 900814, Zul.Nr.D 00 5338-00); Delta Super (Reg.Nr.Ö 901626; Zul.Nr.D 04 2973-00); Plenum 50 WG (Reg.Nr. Ö 3075); Mavrik (Reg.Nr.Ö 901317, Zul.Nr.D 02 4218-00); Toprex (Reg.Nr.Ö 3130); Pulsar 40 (Reg.Nr.Ö 3146 von 1.4. bis 30.6.); Debut (Reg.Nr.Ö 2521); Lontrel 100 (Reg.Nr.Ö 901126, Zul.Nr.D 03 3488-00); Goldor Bait (Reg.Nr.Ö ???? von 1.3. bis 30.6.); Laudis (Reg.Nr.Ö 2912); Profiler (Reg.Nr.Ö 901458, Zul.Nr.D 00 6499-00); Flint Max (Reg.Nr.Ö 2980); Sanvino (Reg.Nr.Ö 901566, Zul.Nr.D 00 6501-00); Talendo (Reg.Nr.Ö 901008, Zul.Nr.D 00 5678-60);

 


Sicherheitsdatenblätter gesammelt auf CD

Sicherheitsdatenblätter gesammelt auf CD
Sicherheitsdatenblätter gesammelt auf CD

hr Lagerhaus unterstützt Sie beim sicheren Umgang mit Gefahrenstoffen

Sicherheitsdatenblätter gesammelt auf CD erhältlich

Größer Im Lagerhaus sind Sicherheitsdatenblätter zu chemischen Gefahrstoffen ab sofort auch gesammelt auf CD erhältlich. Beim erstmaligen Kauf von Chemikalien, die als Gefahrstoffe eingestuft werden - das sind Stoffe die eine oder mehrere gefährliche Eigenschaften im Umgang aufweisen - werden Landwirte daher im Lagerhaus noch umfassender unterstützt. Die Informationen reichen von der Produktzusammensetzung, Darstellung möglicher Gefahren, Hilfemaßnahmen, Lagervorschriften, Transporthinweisen bis hin zum Umgang mit den Mitteln.

Reach-Verordnung soll Informationsfluss verbessern

Die erhöhten Sicherheitsanforderungen sind Teil der Reach-Verordnung. Diese verbessert die Datenaufbereitung und -weitergabe zu bestimmten Stoffeigenschaften erheblich. Sie soll für eine sichere Verwendung von Chemikalien für Mensch, Tier und Umwelt sorgen. Betroffen sind Produkte aus Bereichen wie Pflanzenschutz, Dünger, Wein- und Obstbau. Aber auch landwirtschaftlicher Fachbedarf, Haus- und Gartenmarkt, Baustoffe und Energie gehören dazu.

Profit für Landwirte

Die Landwirte als Anwender und Abnehmer von chemischen Betriebsmitteln profitieren von einem reduzierten Risikopotenzial und erhöhten Sicherheitsstandards. Auch schwer abbaubare Produkte werden künftig entlang der Lieferkette mit Sicherheitsdatenblättern begleitet. Landwirte müssen die Sicherheitsdatenblätter zehn Jahre lang aufbewahren, Erkenntnisse sollten ebenso rückgemeldet werden.


Getreidehänchen& Co

Getreidehänchen& Co
Getreidehänchen& Co

Getreidehähnchen treten nahezu überall in Österreich in massivem Umfang auf. Die Schadschwelle liegt bei 1 Ei/Larve/Käfer pro Fahnenblatt bzw. 10 % Fahnenblattverlust. Meist wird eine Behandlung schon durchgeführt worden sein.

Bei Trockenheit ist der Schaden durch die Hähnchen gravierender, weil die Larven ihren Wasserbedarf aus dem Blatt decken müssen. Nach Regen sind die Getreidehähnchen „abgewaschen" und nur schwer zu finden. Die Kontrolle der Bestände sollte daher nicht nach Regen durchgeführt werden.
Zur Bekämpfung der Hähnchen sind Pyrethroide geeignet. Zu beachten ist das die Dauerwirkung von Pyrethroiden bei Temperaturen über 25° C und intensiver Sonneneinstrahlung nur 2 Tage beträgt! Neu schlüpfende Larven werden somit nicht.

 

Blattläuse und Thrips beachten

Aktuell ist mit verstärktem Auftreten von Blattläusen zu rechnen. Der primäre Schaden ist meist nicht so groß, doch sind sie Vektoren für Krankheiten wie den Verzwergungsvirus. Da die Blattläuse an der Blattunterseite sitzen, ist die Wirkung der Pyrethroide mit reiner Kontaktwirkung unzureichend, um den Befall auszuräumen. Dazu ist eine Mischung mit Insektiziden, die eine Dampfphase entwickeln (zum Beispiel Pirimor DG – Giftscheinpflichtig!) oder der Einsatz von systemischen Insektiziden notwendig.Tipp: Bei der Behandlung gegen Blattläuse und Getreidehähnchen haben Praktiker gute Wirkungen mit Tankmischungen von Kontaktmitteln und systemisch wirkenden Mitteln festgestellt.

Mit den Insektiziden können auch Fungizide gegen Ährenfusarien in einem Arbeitsgang ausgebracht werden. Weiters ist jetzt die Zugabe von Blattdüngern zur Qualitätssteigerung zu empfehlen. Mehr zu diesem Thema erfahren Sie im Artikel "Ideale Infektionsbedingungen für Fusarien".

Beratung und die passenden Produkte bekommen Sie in Ihrem Lagerhaus.


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