zur navigation

Wo die Obstbauern die Schulbank drück(t)en und jetzt unter anderem die “steirische Banane” getestet wird 30. Juli 2014

Veröffentlicht von Landring in : Allgemein, Landwirtschaft, Nachhaltigkeit , einen kommentar schreiben

Obstbauschule Wetzawinkel VersuchsflaecheIm Herbst übersiedelt die „ für und Obstverarbeitung“ von nach . In der hauseigenen und ersten biozertifizierten Obstbauversuchsanlage Österreichs wird aber weiterhin geforscht.

Nachrichten folgen bekanntlich einer Regel: Auf eine schlechte kommt eine gute. Meistens zumindest. Wie im Fall der „Fachschule für Obstbau und Obstverarbeitung“ in : Zum einen schließt die Schule zwar vor Ort ihre Pforten, zum anderen wird die hauseigene Obstbauversuchsanlage aber bis 2020 weitergeführt. Ergo bleibt die Ausbildung zum Facharbeiter im Obstbau bestehen, lediglich die Räumlichkeiten ändern sich.Nachricht drei liegt also zwischen der guten und der schlechten: Die Schüler drücken künftig an der Seite der Winzer in Silberberg die Schulbank.

„In der Region wird das mit gemischten Gefühlen aufgenommen. 90 Prozent der hiesigen Obstbauern sind ja bei uns in die Schule gegangen. In einer haben wir schon die dritte Generation hier“, zeigt der Direktor der Obstbaufachschule Urban Grossegger Verständnis für die Vorbehalte. „Allerdings ist es sicher auch so, dass künftig Synergien mit den Weinbauern besser genutzt werden können. Weiters wird die Ausbildung in beiden Bereichen vier Jahre betragen, wobei zuerst alle Schülerinnen und Schüler in einer Klasse unterrichtet werden und danach die Spezialisierung erfolgt.

Auch die Fremdpraxis wird ausgebaut und die Fachbereichsarbeit, die bei uns schon seit Jahren Pflicht ist, wird für die Weinbauern Standard werden“, sagt Grossegger, der das Übersiedeln koordiniert und bei der Erstellung des neuen Lehrplanes mitarbeitet. Fixer Bestandteil davon ist die Forschungsarbeit in der fünf Hektar großen Obstbaulehr- und Wetzawinkel. Womit wir wieder bei der guten Nachricht wären: Denn den Schülerinnen und Schülern steht hier ein in  Österreich einzigartiges Areal zur Verfügung, auf dem Äpfel, Birnen, Kirschen, Steinobst, aber auch -Beeren und „steirische Bananen“ angebaut werden. „Wir nennen sie halt so. Im Grunde ist es die , Paw’, eine Frucht, die geschmacklich an Avocado oder Mango erinnert“, schmunzelt Fachbereichsleiter DI Dr. Gottfried Lafer. Gojis und Paws seien aber freilich die echten Exoten auf der Anlage. „Der inhaltliche Fokus liegt unter anderem auf Tests von Maschinen zur  Blütenausdünnung oder auch diversen ertragsphysiologischen Versuchen.

Ein zentrales Thema ist klarerweise der Pflanzenschutz“, sagt er und Betriebsleiter Peter Hutter hebt abschließend einmal mehr das Engagement der Schülerinnen und Schüler hervor: „Es werden immer wieder tolle Projekte gestartet. Wie die Minihotels für Wildbienen. Gut 20 Stück wurden gebaut und auf dem Areal verteilt. So hat sich u. a. gezeigt, dass die Insekten ,kleine Zimmer’ brauchen, Bambus sich also ideal eignet. Öffnungen in Ziegeln ziehen hingegen eher Schädlinge an.“

Mehr Infos zu den “steirischen Bananen” – http://www.fachschule-gleisdorf.at/custom/lfs/Schulzeitung/Obstler%203-11/obstler-okt2011-indianerbanane.pdf

Die jungen Wilden mit der größten Schneid 1. Juli 2014

Veröffentlicht von Landring in : Allgemein, Haus & Garten, Landwirtschaft, Nachhaltigkeit , einen kommentar schreiben

Die Schneid bedeutet sprichwörtlich Mut. Wer beim alljährlichen Sensenwettbewerb der teilnehmen will, braucht aber vor allem Begeisterung, Training und einen guten Dengler. 

Ich hab mit acht Jahren von meinem Opa die erste bekommen“, erzählt der 20-jährige Anton Kreimer aus Hohenau an der Raab knapp nach seinem siegreichen Auftritt beim  Sensenmähbezirksentscheid der Landjugend Bezirk in Fladnitz an der Teichalm. Das hohe Gras eines an diesem Tag regengetränkten Wiesenstücks – 5 Meter mal 5 Meter sauber ausgemessen – bringt er in exakt 54,10 Sekunden zu Fall.

Seit zwei Jahren ist Anton begeisterter und erfolgreicher Teilnehmer des Wettbewerbs und war auch bereits zwei Mal beim Landesentscheid dabei. „Ich tu’s   einfach gerne“, so erklärt er die Motivation für sein „Wettkampftraining“, bei dem er unter anderem „den kleinen Obstgarten zu Hause“ mit dem beachtlichen 1,20 Meter Sensenblatt rundherum ausmäht, denn die Wettkampfsense ist für ihn – im Gegensatz zu manchen Mitbewerbern – auch Alltagswerkzeug.

Im Wettkampf sehe man Sensenblätter bis zu 1,35 Meter, erzählt Monika Derler, die heuer mit der Landjugend im Bezirk Weiz den Landesentscheid organisiert. „Bei der Landjugendklasse können 14- bis 30-Jährige teilnehmen“, erklärt sie die Richtlinien, außerdem werde in Damen- und Herrenklasse unterteilt. Generell machen weniger Mädels als Burschen mit, aber: „Es werden jährlich mehr!“, freut sich vor allem Resi Wild, die neben Karl Strassegger und Andreas Harrer beim Bezirksentscheid in der Jury sitzt und selbst als Mäherin mittlerweile „in den Ruhestand“ getreten ist, wie die junge Frau es schmunzelnd ausdrückt.

In der Gästeklasse schließlich können sich die Jungen so einiges von den beeindruckenden Darbietungen der rüstigen älteren Semester abschauen. Einer unter ihnen ist Franz Pierer, Jahrgang 1959, der hier neben seinem Elternhaus in Schrems bei Fladnitz quasi „Heimvorteil“ genießt und immer gerne bei den Bewerben dabei ist.

„Beim Doungeln kau ma sitzn, beim Wetzen kau ma stehn, beim Mahn gaunz laungsom hintnochigehn“ – mit dieser alten Volksweisheit macht er klar, wie es mit dem Krafteinsatz beim Sensenmähen nun wirklich aussieht. „Am besten mäht man außerdem möglichst aufrecht“ – vor allem, wenn derRücken lange durchhalten soll. Die Sense schwingt man im Halbkreis vor sich knapp über dem Boden. Neben einer kräftesparenden Technik zählt aber auch ein gutes Werkzeug. Pierer: „Wichtig ist, dass die Sense anständig doungelt is, der Doungelhammer ist das Um und Auf.“ Seine Sense dengelt der Nachbar – das Klopfen der Schneide gleicht Verformungen aus, die Schneide wird verdünnt und zugleich gehärtet. Außerdem ist der Winkel des Sensenblatts zum Sensenworb (Stiel) für den Mäherfolg wichtig: Etwa eine Faust unter dem rechten Winkel sei hier ein guter Anhaltspunkt. Während meist an einem Mähtag einmaliges Dengeln reicht („bei feinem Almgras kann passieren, dass man öfter doungelt“), muss man zwischendurch immer wieder die Schneide wetzen. Dafür hat man den Wetzkumpf (früher aus Ochsenhorn, heute aus Kunststoff) um die Hüfte geschnallt, der mit Wasser gefüllt ist, damit der Wetzstein feucht ist.

In der Jugend war Franz Pierer beim ganzer Bergwiesen dabei, heute mäht er noch gerne den Rain: „Wer einmal das Sensenmähen gelernt hat, kann es, so lange er gehen kann.“

Mehr Infos zur Landjugend Birkfeld: http://www.birkfeld.landjugend.at/

2014 – Das Jahr der bäuerlichen Familienbetriebe 24. April 2014

Veröffentlicht von Landring in : Allgemein, Landwirtschaft, Nachhaltigkeit , einen kommentar schreiben

Familie Toesch aus GasenDie Vereinten Nationen haben das heurige Jahr zum „Internationalen Jahr der familienbetriebenen “ ausgerufen.

Fürs bäuerliche Wirtschaften gelten die gleichen Regeln wie in jedem Betrieb. Anlässlich des von der ausgerufenen Jahres der bäuerlichen Familienbetriebe stellt Tösch aus ihr „Familybusiness“ vor.

Der Jour fixe steht um 8 Uhr auf dem Timetable – nachdem die Stallarbeit erledigt wurde und die Schulkinder aus dem Haus sind. Effizient werden die Tasks bei von der Führungscrew selbst  gebackenem Brot und persönlich eingekochter Marmelade besprochen: Willkommen im Firmenalltag der Töschs auf 1.100 Meter Seehöhe in Gasen. Man produziert hier Milch, Biomilch, um genau zu sein.

Die Familie managt seit 1842 den Hof. „Mit der Milchwirtschaft haben aber erst meine Großeltern Anfang der 1960er-Jahre begonnen“, so Peter Tösch, Chief Executive Manager, d. h. Geschäftsführer, also Hausherr. Der (vlg.) Schmalzbauer ist ein bäuerlicher , wie er im Buche steht, und der für seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Soll- und Haben- Vergleich positiv bilanziert.

„Wir können uns die Arbeit frei einteilen, sind unabhängig in der Entscheidungsfindung und niemandem außer uns selbst verpflichtet“, zählt Peter die Vorteile der Betriebsform auf. Auch der Wiedereinstieg nach der Babypause sei quasi „a gmahde Wiesn“, denn die Senior Consultants, sprich  Opa und Oma, würden nicht nur im operativen Geschäft beratend zur Seite stehen, sondern auch als erfahrene Kinderbetreuer mithelfen, ergänzt Gisela Tösch, Chief Executive Managerin, d. h. Geschäftsführerin, also Hausherrin und mittlerweile auch Qualitätsmanagerin. Die Agenden dafür hat sie von ihrer Schwiegermutter übernommen.

„Jahrzehntelang hat Mama alles niedergeschrieben: Wann das Wetter wie war, wer welche Aufgaben hatte oder wann sich Nachwuchs eingestellt hat“, erzählt die Bäuerin, die ihrerseits schriftlich das Leben jeder Kuh dokumentiert. „Das ist klass, wenn man z. B. schnell ein homöopathisches Medikament nachschlagen möchte.“ Für die offiziellen Stellen werden die Berichte elektronisch erfasst. „AMA und Biokontrolle prüfen uns regelmäßig“, so Bauer Peter. In Personalunion mit CEO Gisela checkt er auch die Human Resourses, deren Departement „Young Generation“ die meisten Mitarbeiter im Haus hat: Laurin (vier Monate), Moritz (drei Jahre) und Juliane (fünf Jahre) legen ihren Fokus noch auf die Basics des Lebens, Matthäa (zehn) und Johanna (dreizehn) spinnen aber hie und da schon Zukunftsvisionen: „Ein Pferdehof, das wär’s“, lässt Johanna anklingen. Warum nicht? Das Mission Statement der Firma passt in jedem Fall dafür: „Authentisch sein in Haus und Hof“ lautet das Motto seit jeher.

Der Schritt zum Biobetrieb 2008 war für die Töschs da ein logischer. „Kunstdünger war schon vorher tabu und die Kühe wurden so oft es ging ins Freie gelassen“, so Peter. Weiters sei das Thema „Kraftfutter“ schnell erledigt gewesen. „Sicher steigt durch das Kraftfutter die Milchleistung, aber man muss auch mehr zukaufen. Das hebt die Fixkosten“, weiß Controllerin Gisela. Und Umsatz sei ja nicht gleich Gewinn. „Außerdem halten wir’s aus, nicht die beste und stärkste Kuh im Stall stehen zu haben. Unsere Tiere passen so, wie sie sind “, schmunzelt sie.

Investitionen sind aber natürlich auch in einem bäuerlichen Familienbetrieb unerlässlich – nachhaltig müssen sie sein: So hat der 20-jährige Traktor längst nicht ausgedient, die hauseigene Energiewende ist aber durch die eigene Photovoltaikanlage bereits eingeleitet.

Und Urlaub? „Tagesausflüge sind kein Problem. Wollen wir länger weg, helfen die Großeltern aus“, erklärt Travelmanagerin Gisela. In einem bäuerlichen Familienbetrieb gibt es eben Positionen wie in jeder anderen Firma auch. Mit einem Unterschied: Die „Corporate Social Responsibility“, das ganzheitliche Engagement des Unternehmens im sozialen sowie ökologischen Bereich, könnte wohl größer nicht sein.

 

 

 

Auch die Landwirtschaftskammer Steiermark ihre Woche der Landwirtschaft (27. April bis 4. Mai). Es werden bäuerliche Rekorde der Öffentlichkeit präsentiert: vom höchstgelegenen Bergbauernhof bis zur Buschenschank mit den steilsten Weinflächen. Außerdem peilt man einen Weltrekord an: die längste Buschenschankjause der Welt. Durch den Fokus auf die bäuerlichen Familienbetriebe soll regional wie international das Bewusstsein für die Bedeutung der Landwirtschaft geschärft werden sowie die Wertschätzung den Bäuerinnen und Bauern gegenüber steigen.

www.familyfarmingcampaign.net

Erdäpfeln zum Säen und Essen von der Familie Höller aus Birkfeld 15. April 2014

Veröffentlicht von Landring in : Allgemein, Haus & Garten, Landwirtschaft, Nachhaltigkeit , einen kommentar schreiben

Familie HoellerDitta, Fabiola und Melody heißen die bodenständigen Grazien, die im Hause Höller das (Tages-)Geschäft bestimmen. Denn die Bauernfamilie aus baut als Saatgutvermehrer diese drei Erdäpfelsorten an.

Wenn ich’s mir recht überlege, gibt’s bei uns wirklich kein Mittagessen ohne “, sagt Erna Höller, Bäuerin aus Birkfeld, und Schwiegertochter Roswitha nickt bestätigend. „Ja, wir machen auch die Pommes selbst“, setzt sie nach und stellt die Salatschüssel auf den Tisch. Gefüllt mit Erdäpfelsalat, versteht sich.

Dass die Höllers von der erdigen Knolle dermaßen angetan sind, liegt nicht zuletzt an der Tatsache, dass sie sich seit Jahrzehnten der Saatgutvermehrung von Erdäpfeln verschrieben haben. Waren es früher Vertreterinnen wie Planta und Sirtema, hören die drei aktuell angebauten Sorten auf die Namen Ditta, Fabiola und Melody. Jede besticht durch ihre Eigenheiten: Die gelbe, länglich-ovale Ditta reift mittelfrüh und ist fest kochend, die ovale Fabiola trägt mit Stolz ihre rote Schale und zählt zur Fraktion „vorwiegend fest kochend“ und die ovale, mittelspät reifende Melody findet sich, weil mehlig kochend, letztlich als Püree oder Knödel auf den Speisetellern wieder.

Warum die gerade diese drei Sorten anbaut, ist schnell erklärt: „Sie werden von der Steirersaat zugeteilt“, erklärt Hausherr Peter, der seine Schützlinge Ende April pflanzt. „Speisekartoffeln kommen früher in die Erde.“ Je länger ein Erdapfel im Boden bleibe, desto besser sei sein Aroma, weiß der Fachmann, der über 2,7 Hektar Anbaufläche verfügt: Ditta und Melody dürfen sich auf je 1,15 Hektar, Fabiola auf ca. 40 Ar ausbreiten, der Ertrag macht in Summe um die 80 Tonnen pro Jahr aus. Etwa zwei Drittel davon gehen als über den Handel an den Endkunden, der Rest darf gleich als Speisekartoffel auf den Markt. „Bis zur wird die Anbaufläche zwei bis drei Mal von den kranken Stöcken befreit. Ringeln sich z. B. die Blätter auf eine bestimmte Art ein, kann das ein Zeichen für den Blattrollvirus sein, eine fruchtschädigende Krankheit.

Der Stock muss raus“, sagt der Bauer. Natürlich könne ein verschrumpeltes Blatt auch ganz simpel die Folge von Trockenheit sein. Allein der Profi hat’s im Blick. Anfang Juli wird dann das Kraut (der überirdische Teil der Pflanze) abgetötet, die Knollen rasten bis zu vier Wochen im Boden nach. „Das macht die Schale fester und feiner“, begründet Höller diesen „Bauabschnitt“.

Nach der Ernte werden Ditta und Co. vor den Augen der Höllers von einer Maschine derart durchgerüttelt, dass sie ihre schönen und weniger schönen Seiten zeigen und sie nach Größe und Klasse sortiert werden können. In Großkisten warten sie in der 400 Jahre alten Lagerhalle auf die Auslieferung. „Die Liegenschaft war einst der Maierhof von Schloss Birkenstein“, weiß Senior Hans Höller zu berichten. Die Lagertemperatur sei ob des alten Gemäuers ideal. Ist’s nämlich zu hell und zu trocken, werden die Erdäpfel runzlig und rau, ist’s zu warm (so ab 6 °C), fangen die Knollen an zu treiben. Beides nicht erwünscht. Logisch. Die Saatgutvermehrung habe in der Gegend Tradition, erzählt Hans weiter.

„Früher hat’s 50 Erdäpfelvermehrer im Birkfelder Raum gegeben. Heute sind’s fünf.“ Und das 1968 eröffnete Zentrallager habe vor ca. 30 Jahren zugesperrt, sagt er. Heute werde alles über die Vertriebspartner der Saatgut Steiermark, die RWA AG, ausgeliefert, ergänzt Peter Höller, um sich sodann zu entschuldigen.

Die Pommes stehen nämlich bereits auf dem Tisch, wie Sohn Simon nun schon mehrfach betont hat. Alles klar: Guten Appetit!

Eröffnung des neuen LANDRING Technik Zentrums in Hirnsdorf am 26. März! 27. März 2014

Veröffentlicht von Landring in : Allgemein, Landtechnik, Landwirtschaft, Nachhaltigkeit , einen kommentar schreiben

setzt auf Technik  

Nach der Eröffnung des Technik Zentrum Süd in Pirching im Vorjahr, wurde am 26. März 2014 wieder ein neues Technik Zentrum mit dem Schwerpunkt in Hirnsdorf offiziell in Betrieb genommen.

Dieses neue Technik Zentrum steht auf historischem Boden. Die Hirnsdorf wurde im Jahr 1992 fusioniert. Das neue Technik Zentrum  steht auf der Fläche der ehemaligen Molkerei, die berühmt war für die Qualität des Jerome Käses. Obmann ÖR Pretterhofer: „Die Almland eGen bekennt sich mit dem Neubau dieses zukunftsweisenden Standortes wieder einmal zur  Regionalität und zur Kundennähe.“

Es gab zwei wesentliche Entscheidungsgrundlagen für die Investition und den Bau dieses Standortes. Zum einen sind es bei all der Technik die Menschen. Geschäftsführer Weiß: „Wir glauben an die Wertschöpfung in der Region, an die Leistungs- und Investitionskraft unserer Bauern und an ihren Erfolg. Wir wollen auch in Zukunft der stärkste Partner für die Bauern hier in der Region auf ihren Weg zum Erfolg sein. Und wir haben die besten MitarbeiterInnen – das macht solche Projekte möglich!“

Zum anderen war es natürlich wesentlich, dass der Bereich Technik in den letzten Jahren eine  beeindruckend positive Geschäftsentwicklung zeigte. Der Marktanteil wurde kontinuierlich ausgebaut– allein mit der Exklusivmarke John Deere auf beeindruckende 24,5 Prozent. Alle Marken zusammengerechnet kommt beinahe jeder zweite neue Traktor aus dem Hause Landring/AgroComTech.

Im Bereich der Obstbautraktoren werden über die Almland Tochtergesellschaft AgroComTech GmbH die Marken Deutz und Ferrari vermarktet, die ein gutes Drittel aller Obstbautraktore unserer Region ausmachen. 

 

Die baulichen Details des neuen LANDRING Technik Zentrums: 

Auf ca. 1600m2 verbauter Fläche und den entsprechenden Freiflächen bietet das neue LANDRING Technik Zentrum in Hirnsdorf:

 

Noch mehr Bilder gibt es auf: https://www.facebook.com/media/set/?set=a.705680749482175.1073741891.120719647978291&type=3&uploaded=20

Starker Kern mit weicher Schale – vom Kürbis zum Kernöl … 23. Oktober 2013

Veröffentlicht von Landring in : Allgemein, Landwirtschaft, Nachhaltigkeit , einen kommentar schreiben

Warum die Kerne des „Rustikal“ hüllenlos sind und wie viel davon in einem Liter stecken, weiß Johannes aus Markt .

Durchschnittlich zweieinhalb Kilo Kürbiskerne braucht man für einen Liter Kernöl“, verrät Johannes Oberer, Kürbis- und Paradeisbauer in Markt Hartmannsdorf. Durchschnittlich wohlgemerkt, denn je nachdem, wie gehaltvoll die Kerne sind, kommt man mit weniger aus oder muss mehr davon für dasselbe Ergebnis pressen. „Von 2,10 bis 2,80 Kilo“, beziffert der Landwirt die Spannbreite während er sein schwarzes Gold abfüllt. Goldig ist es im wahrsten Sinne des Wortes, denn Oberer wurde 2013 von der Landwirtschaftskammer Steiermark für sein Produkt prämiert. Daher ziert jede Ober’sche Kürbiskernölflasche eine .

„Das freut uns sehr, obwohl wir freilich nicht deshalb produzieren. Es geht uns um die Qualität des Öls“, sagt Oberer, der seit 1987 Kürbisse anbaut. Nur einfach sei die Produktion leider nicht. „Im Grunde ist’s a Lotterieg’spü“, formuliert er es salopp und spricht damit die Witterungsabhängigkeit und die Befruchtung der Pflanzen an. „Man könnte dafür zwar Hummeln kaufen, aber letztlich ist man doch Zuschauer und hofft, dass die Tiere perfektes Blütenwetter haben“, sagt er. „Und ist’s während der Blütezeit (Mitte Juni) sehr feucht, kann’s passieren, dass die Früchte später von innen heraus faulen.“

In Hinblick auf einen anderen Widersacher des Kürbisses, den Gelbmosaikvirus, hat Oberer einen handfesten, sozusagen „rustikalen“ Trumpf im Ärmel. Seit einigen Jahren baut er nämlich die gleichnamige Kürbissorte an. „Beim Rustikal GL hat man Zucchini eingekreuzt. Er ist virusresistenter als der Gleisdorfer Kürbis, den wir davor hatten“, so der Bauer. Zudem ranke der Rustikal nicht so stark, könne daher enger gepflanzt werden und der Ertrag sei höher. Auch für Laien auffällig ist, dass die Kerne des Ölkürbisses hüllenlos sind. „Beschalte Kürbisse müssten vorher geschält werden“, erklärt Oberer und umreißt kurz den Erntevorgang. „Es werden nur die Kerne eingebracht, der Rest, d. h. Hülle und Fruchtfleisch, bleibt auf dem Acker liegen. Die Kerne werden gewaschen, getrocknet und an die Mühle geliefert.“ Als grünes Gold kehren sie zurück an den Hof. Die Flaschenabfüllung ist Familiensache.

Gemäß seiner Klassifizierung als Ölkürbis kommt der Rustikal an sich nicht als Speisegemüse zum Einsatz. Bei den Oberers kann’s aber durchaus sein, dass er mit Erdäpfeln und Paradeisern im Eintopf landet. „Das schmeckt echt super“, verrät der Bauer.

Kürbisrezepte gibt’s im Kochbuch von Erika Seidl: http://www.buecherquelle.at/Buchshop/Kueche-Garten/Kochbuch/Lust-auf-Kuerbis::2752.html

 

 

 

 

 

 

 

Almland-Landring Gruppe blickt mit viel Optimismus in die Zukunft 18. Juni 2013

Veröffentlicht von Landring in : Allgemein, Bauen & Baustoffe, Haus & Garten, Heizen, Landtechnik, Landwirtschaft, Nachhaltigkeit , einen kommentar schreiben

1 v.l.n.r.: Obmann ÖR Johann Pretterhofer, Stefan Mayerhofer (Vorstandsdirektor der Raiffeisenware Austria), Mag. Heinrich Herunter (Verbandsdirektor Raiffeisenverband Steiermark), Mag. Johannes Weiß (Geschäftsführer), Josef Haider (Aufsichtsratvorsitzender)

Nicht nur die operativen Ergebnisse vom vergangenen Jahr wurden bei der der Almland/ Gruppe am 13. Juni in betrachtet, sondern vor allem auch die Bedeutung der Ergebnisse und die Herausforderungen für die Zukunft.

Obmann ÖR Pretterhofer lieferte die Zahlen und Fakten aus der Milchwirtschaft (Berglandmilch). In den ersten vier Monaten 2013 sank die Milchanlieferungsmenge. Besonders erfreulich ist die hohe Milchqualität der LieferantInnen aus dem Weizer Gebiet. Dann ging er in seinem Referat auf die gestiegenen Anforderungen an die beschäftigten MitarbeiterInnen ein: „Ich ermutige euch, den täglichen Erfolgserlebnissen die gebührende Bedeutung zu geben!“.

Geschäftsführer Mag. Johannes Weiß präsentierte die Ergebnisse 2012: 86,3 Millionen Euro Umsatz und 423.000 Euro EGT. Unter anderem wurden über 2 Millionen Euro in Instandhaltung und Modernisierung der Standorte investiert. „Die Eigenkapital-Quote, im Jahr 2007 noch bei 28,4%, liegt jetzt bei 40,4%. Mit dieser hohen Eigenkapital-Quote ist unsere auch in wirtschaftlichen schwierigeren Zeiten ein finanziell stabiler und sicherer Partner für die und für die Kunden in der Region und natürlich auch ein sehr interessanter Partner für die Wirtschaft.“, führt GF Weiß aus.

Dass die Almland/Landring Gruppe viel Grund hat optimistisch in die Zukunft zu blicken, unterstreicht sowohl GF Weiß als auch die Gastredner Verbandsdirektor Mag. Heinrich Herunter vom Raiffeisenverband Steiermark und der Vorstandsdirektor der Raiffeisenware Austria Stefan Mayerhofer.

Johannes Weiß: „Die Lagerhäuser waren die Erfinder der Einkaufszentren, wir waren schon immer multifunktionaler Nahversorger im ländlichen Raum mit breitem Sortiment, mit allem was die Menschen für´s Wohnen und Arbeiten brauchen. Was uns unterscheidet sind die Geschäftsgrößen, und unsere Bescheidenheit in der Architektur – wir brauchen keine Glaspaläste.“ Auch
Direktor Mayerhofer verstärkt diesen Optimismus: „Die Lagerhäuser müssen sich keine Sorgen machen um die Zukunft – ihr Geschäft beschäftigt sich mit den Bedürfnissen des täglichen Lebens – das hat immer Zukunft!“.  Direktor Herunter weist in seinen Grußworten besonders auf den Wert der Unternehmensform der Genossenschaft hin: „Weltweit beziehen 3 Milliarden Menschen Ihre Nahrungsgrundlage von Genossenschaften, in der Steiermark ist statistisch gesehen jeder zweite Steirer Mitglied einer Genossenschaft.“ Er appelliert an die Macht der KonsumentInnen, durch Ihr
Bekenntnis zu Genossenschaften das genossenschaftliche System „Menschen für Menschen“ zu unterstützen.

Für ihren jahrelangen Einsatz als Funktionäre in der Almland/Landring Genossenschaft wurde Eduard Baumegger , Franz Harrer, Stefan Harrer, Josef Haider vom Raiffeisenverband Steiermark die Raiffeisen Ehrennadel in Bronze verliehen. Dir. Herunter und Obmann ÖR Pretterhofer bedankten sich für die Einsatz, die gute Zusammenarbeit und die Verlässlichkeit, den Einsatz für die Menschen in der Region und in der Landwirtschaft.

Weitere Fotos von der Generalversammlung: http://www.landring.at/events/fotogalerie/

 

 

Modernste Düngermischanlage der Steiermark in Unterfladnitz bei Weiz 16. November 2012

Veröffentlicht von Landring in : Landwirtschaft , einen kommentar schreiben

Gemischt wird, wie’s die Pflanzen brauchen.

Mit der neuen -Düngermischanlage in Unterfladnitz kann das Verhältnis von Stickstoff, Phosphor, Kali und Kalk dem Boden optimal angepasst werden.  Ab sofort  können sich Land wirtinnen und Landwirte Stickstoff, Phosphor, Kali und Kalk optimal mischen  lassen. Wichtigste Voraussetzung ist die Analyse einer Bodenprobe. Auf der Basis der Ergebnisse  sowie des Nährstoffbedarfs der Pflanzensorte, die angebaut werden soll, ergibt sich das individuelle Düngermischverhältnis. Auch die  Anlage selbst  wurde speziell für die Anforderungen der Kundinnen und – Kunden geplant und gebaut. „Im  Normalfall haben  solche Geräte drei Trichter, wir  mischen mit fünf“, erklärt Agrarspezialist Ing. Wolfgang Maurer.  Dadurch ist es möglich, neben den Klassikern Stickstoff und Phosphor zwei unterschiedliche Arten von Kali bereitzustellen. „Die chloridhältige und die chloridfreie, die vor allem für den Obst- und Gemüsebau notwendig ist“, weiß der Fachmann. In Trichter  Nummer fünf wartet noch Kalk darauf, bei Bedarf unter den gemengt zu werden. Die genannten  Funktionen machen die Anlage übrigens auch zur ersten ihrer Art in der Steiermark, denn mit ihr ist es möglich, den gesamten Nährstoffbedarf einer Kultur in einem Arbeitsschritt auszubringen und somit Zeit und Kosten einzusparen. „Eine weitere Besonderheit der Anlage ist auch eine sogenannte Big Bag Absackung, mit der kleinere  Mengen, d. h. Chargen mit 500 kg,  abgefüllt werden können.

Fazit: Die neue  Düngermischanlage von LANDRING  ist eine ganz  feine  Sache. Sorgt sie doch für  optimale  Nährstoffverhältnisse, die selbst die anspruchsvollsten Beeren zufriedenstellt ;-)

DI Dr. Heinrich Holzner, Experte der Forst- und Landwirtschaftskammer Steiermark für Düngung und Nährstoff sowie Pflanzlliches Versuchswesen und Fachbeirat für Boden:

Mischdünger ist  ein Schritt in die richtige Richtung. Die Kunst des Düngens besteht  darin, wirtschaftliche und  pflanzenbauliche mit ökologischen und  rechtlichen Vorgaben unter einen Hut zu  bringen. Mischdünger sind dabei eine wesentliche Stütze. Wichtig ist hierbei einerseits, dass die zugekauften Pflanzennährstoffe möglichst genau dem individuellen Bedarf entsprechen sowie, dass sie mit wenigen Arbeitsschritten ausgebracht werden können. Andererseits  forcierte man schon vor Jahrzehnten die Entwicklung der Mehrnährstoffdünger. Diese enthalten aber die Nährstoffe in einem starren Verhältnis  zueinander, d. h., man düngt mit ihnen häufig von manchen Nährstoffen zu viel bzw. von anderen zu wenig. Das Nährstoffverhältnis in den Mischdüngern kann man hingegen auf die unterschiedlichsten Bedürfnisse einstellen. Für die Feststellung des Nährstoffzukaufbedarfs ist die eine wesentliche Grundlage. Die Kooperation der LANDRING- Lagerhausgenossenschaft mit der Landeskammer für Land- und Forstwirtschaft Steiermark er-möglicht es im Rahmen der Bodenuntersuchungsaktionen, die  Ergebnisse der  Analyse und Düngeplanung direkt für die Erstellung der  Düngermischungen zu  verwenden. Damit kann die neue Anlage in  Unterfladnitz  wesentlich dazu  beitragen, die  Ökonomie und Ökologie  einander wieder einen großen Schritt näherzubringen.

 

Ing. Wolfgang Maurer, 0664/1253260

Den Wühlmäusen ein Schnäppchen schlagen – mit Heukartoffeln ;-) 23. August 2012

Veröffentlicht von Landring in : Allgemein, Haus & Garten, Landwirtschaft , einen kommentar schreiben

In manchen Gegenden Österreichs treiben Wühlmäuse derart wild ihr Unwesen, dass eine Erdapfelkultur sinnlos erscheint. Aber auch für diesen Fall gibt es eine Lösung – . Dabei werden die Setzkartoffeln anstatt ins Erdreich in altes Heu gelegt. Die ist dann ein Kinderspiel, die Groß und Klein Freude bereitet.

Bild 1: Ein wasserdurchlässiges Vlies, es kann auch ein gewöhnliches Bauvlies sein, wird im April aufgebreitet. Das Vlies schützt vor der Wühlmausplage. In wühlmausfreien Lagen ist ein Vlies nicht notwendig.

Bild 2: Altes Heu wird 20-30cm hoch aufgetragen und die Setzkartoffeln (am besten alte, bereits treibende Erdäpfeln aus dem Keller) ins Heu gelegt und mit Heu zugedeckt.

Bild 3: Beispiel für bestens geeignetes Material: abgestandenes Heu.

Bild 4: Nach wenigen Wochen durchwachsen die Knollen das Heu.

Bild 5: Nach der Blüte beginnt das Laub langsam braun zu werden.

Bild 6: Etwa im August beginnt das Laub in sich zusammen zu brechen – nun ist Erntezeit.

Bild 7: Beet nach dem Entfernen der oberen Heuschicht. Die Knollen sind auffallend sauber und für jeden Grillabend bestens geeignet. Ganz Raffinierte brennen das Heu ab und können dann gleich Bratkartoffeln genießen.

Bild 8: Die Ernte kann ohne jegliches Werkzeug erfolgen.

Bild 9: Entfernt man die obere Heuschicht, kommen die ersten Jungerdäpfeln zum Vorschein.

Bild 10: Das Vlies ließ die Wühlmäuse nur unterhalb ihr Unwesen treiben.

Ernteergebnis von etwa zwei Quadratmetern Heukartoffeln.

 

Hintergrundinformation:

 

Mit rund 320 Millionen Tonnen Weltjahresernte gehört der Erdapfel heute zu den Grundnahrungsmitteln. Im konventionellen, großflächigen Anbau kommen große Mengen an Pflanzenschutzmitteln zum Einsatz und so zahlt es sich immer aus, ein paar Quadratmeter des Gartens für gesunde Lebensmittel zu opfern.

Getreidejahr 2012/13: Weltweit weniger Weizen, dafür Zunahme beim Mais 10. Juli 2012

Veröffentlicht von Landring in : Allgemein, Landwirtschaft , einen kommentar schreiben

Agrar MaisNoch gelten Ernteprognosen als sehr unsicher. Es zeichnen sich aber bereits erste Trends für die Preise ab. Die Finanzkrise geht auch an den internationalen Getreidemärkten nicht spurlos vorüber.

Seit einigen Tagen sind auf der Nordhalbkugel der Welt schon die Mähdrescher unterwegs, um die 2012 einzubringen. Die Zeichen stehen weltweit auf eine kleinere Weizenernte als 2011, die den Bedarf nicht decken können wird, und auf eine Rekord-, die einen leichten Aufbau der erschreckend leeren Lagerbestände erlauben soll.

Widersprüchliche Ernteprognosen

Zurzeit herrscht aber allerorts noch große Unsicherheit, wie die Ernten in den maßgeblichen Regionen – das sind die USA und Kanada, die EU sowie der Schwarzmeerraum mit Russland, der Ukraine und Kasachstan – tatsächlich ausfallen werden.
In Europa war es von der Herbstaussaat bis ins Frühjahr hinein sehr trocken. Im Februar sorgten Kahlfröste für erhebliche Auswinterungsschäden. In der Folge bauten die Landwirte in den betroffenen Regionen im Frühjahr anstellet der zugrunde gegangenen Gersten-, Raps-, Weizen- und Roggenbestände mehr als geplant , Sonnenblumen und Sommergerste nach.
Die ursprünglich düsteren Ernteprognosen für Europa einschließlich der Schwarzmeerregion wurden speziell im Mai, der mit weitverbreiteten Regenfällen etwas Entspannung brachte, zunehmend auch von optimistischeren Erwartungen unterbrochen.
In Nordamerika sah es vorerst sehr gut aus, doch wechselten sich auch hier im Frühjahr zunehmend optimistische mit pessimistischen Prognosen ab. An der Grundtendenz, dass sie Saison 2012/13 der Welt weniger Weizen und mehr Mais bringen wird, ändert dies aber nichts – es geht nur mehr darum, wie viel es dann konkret werden wird.

Noch regieren die Wettermärkte

So regieren an den Warenterminbörsen noch die “Wettermärkte”: Die Notierungen für die neue 2012/13 gehen praktisch mit jedem Wetterbericht – je nachdem, ob “ertragshemmend” oder “ertragsfördernd” – nervös auf und ab.
In der Tendenz lässt sich jedoch sagen, dass Analysten zurzeit dem Weizen eine eher feste Preistendenz zugestehen und sich die Maispreise etwas entspannen könnten. Vor allem aber ist beim Mais ist die Ernte noch länger nicht eingefahren.
Zu bedenken ist, dass die vergangenen Jahre eine dramatische Leerung der Maisreserven auf der Welt brachten, sodass sich die Bestände von einem sehr niedrigen bestenfalls auf ein weniger niedriges Niveau erholen können.
Dazu kommt, dass 2011/12 erstmalig China als großer Maisimporteur auf die Bühne des Weltmarktes trat. Wächst sich der Maishunger im Reich der Mitte in der kommenden Saison weiter aus, könnte dies auch die Maispreise in den Exportländern USA, Argentinien und Brasilien stützen.

: erste Zeichen vom Schwarzmeer

Die Preise auf den lokalen Kassamärkten werden jedoch, wie gewöhnlich, vom Weltmarkt, das heißt, von den Erlösen der großen Exporteure in Nord- und Südamerika sowie der Schwarzmeerländer und teilweise auch der EU, bestimmt werden.
So lieferten kürzlich Meldungen, dass russischer Weizen der Ernte 2012, in der Qualität vergleichbar mit österreichischem Mahlweizen, um Preise bis zu 260 US-Dollar pro Tonnen “fob” Schwarzmeerhäfen – das heißt, verladen auf einem Schiff in dieser Region – erste brauchbare Hinweise auf mögliche Weltmarktpreise 2012/13.
Dies würde zum aktuellen Tageskurs zu Beginn dieser Woche umgerechnet etwa gut 207 Euro pro Tonnen bedeuten. Der an der Pariser Warenterminbörse Euronext, ehemals Matif, notierte europäische Mahlweizen bekommt daher ein Signal.
Von der Frachtparität her ist diese Notierung vergleichbar, qualitativ ist der westeuropäische Weizen jedoch über die Ware aus dem Schwarzmeer-Raum zu stellen.
Dies passt auch ins Bild erster Geschäfte mit Weizen aus der neuen Ernte in Österreich: Demnach ist Qualitätsweizen zu Netto-Großhandelsabgabepreisen von etwa 210 Euro pro Tonnen gehandelt worden. Dies entspricht dem Preisniveau des zuvor gehandelten alterntigen Weizens.

Damoklesschwert Finanzkrise

Ob für die Preisbildung an den Märkten die fundamentalen Marktdaten aber überhaupt den Ton angeben werden, bleibt im kommenden Getreidewirtschaftsjahr fraglicher denn je, denn: Über allen Rohstoffmärkten – auch über den agrarischen – schweben als Damoklesschwert weltweit schlechte Wirtschaftsdaten mit der Angst vor einem Einbruch des Wirtschaftswachstums und die Schuldenkrise im Euro-Raum.
Deren Auswirkungen auf die Märkte von Agrarrohstoffen können vielfältig sein:
Da wird es einmal von der Entwicklung der Kaufkraft abhängen, ob die erwarteten Verbrauchszahlen tatsächlich halten – insbesondere der Fleischkonsum und damit der Futtergetreideverbrauch reagieren hier sensibel.
Zum Zweiten bestimmt das allgemeine Wirtschaftswachstum stark den Rohölpreis. Und wegen der gegenseitigen Ersetzbarkeit in Treibstoffen hängen insbesondere die Mais- und Sojanotierungen auch eng mit den Rohölnotierungen zusammen. Sojaöl ist weltweit der wichtigste Rohstoff für Biodiesel.
Und zum Dritten bestimmen die Schwankungen der Wechselkurse zwischen Euro und US-Dollar, wer auf dem Weltmarkt wettbewerbsfähiger ist. Eine schwache Währung verbilligt Exporte relativ, kurbelt diese an und befestigt wiederum die Preise in der Landeswährung des Exporteurs.

US-Prognosen prägen die Märkte

Von den fundamentalen Marktdaten her lassen sich die marktbestimmenden US-Terminbörsen wie das Chicago Board of Trade (CBoT) stark von den monatlichen Berichten des US-Landwirtschaftsministeriums (USDA) zu den weltweiten Getreideversorgungsbilanzen (WASDE, World Agricultural Supply and Demand Estimates) leiten.
In seinem jüngsten WASDE-Bericht vom 12. Juni 2012 reduzierte das Washingtoner Agrarressort die Prognose für die Weizenernte der Welt 2012/13 gegenüber dem Mai um 5,50 Mio. Tonnen und die des Weizenangebots um 6,97 Mio. Tonnen.
Ursache dafür sind kleinere Ernteerwartungen in Exportländern wie Russland, der EU, Türkei und den USA. Die Ernte 2012/13 wird mit 672 Mio. Tonnen das Vorjahresergebnis von 694 Mio. Tonnen um drei Prozent verfehlen.

Wieder mehr Mais in den Futterrationen

Aber auch der Verbrauch wird im Monatsabstand um 4,6 Mio. Tonnen – ebenso wie um 14 Mio. Tonnen gegenüber dem Vorjahr – im Minus erwartet, weil die Nachfrage sowohl nach Futter- als auch nach Brotweizen gegenüber 2011/12 abnehmen soll. Eine Ursache dafür liegt auch darin, dass 2012/13 der reichlicher vorhandene – und möglicherweise gegenüber Weizen wieder billigere – Mais verstärkt in die Futterrationen zurückkehren wird.
Dennoch bleibt in der globalen Weizenbilanz ein Negativsaldo von 9,8 Mio. Tonnen. Allerdings bleibt die Versorgungslage mit einem Anteil der Endlager am Verbrauch von gut 27 Prozent komfortabel.
Anders ist die Situation beim Mais: Hier revidierte das USDA seine Ernteerwartung im Juni im Vergleich zum Mai um 4,15 Mio. Tonnen auf den Rekordwert von 949,93 Mio. Tonnen nach oben. Innerhalb der EU dürfte nach derzeitigem Stand insbesondere Ungarn mehr Mais erzeugen.
Zwar soll 2012/13 auch der Verbrauch stärker als bisher angenommen zulegen, dennoch erlaubt aber die kommende Maisernte einen Aufbau der weltweiten Endlager um 26,55 Mio. Tonnen auf 16,87 Prozent des Verbrauchs. Damit bleiben die globalen Maisreserven weiterhin eher knapp und unter der für die Preisbildung magischen Schwelle von 20 Prozent.

Christian Posekany, AIZ

© BZ/FG